Gutes Hören und Sehen sind die Grundlage für Selbstständigkeit: Wer Klingel, Telefon oder Verkehrsschilder nicht mehr gut wahrnimmt, zieht sich oft zurück. Dabei lässt sich viel erreichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Nachlassendes Hören beginnt schleichend – früh erkennen lohnt sich.
- Der Weg zum Hörgerät führt über HNO-Arzt (Verordnung) und Hörakustiker; die Krankenkasse übernimmt einen Festbetrag, für Mehrleistungen zahlen Sie zu.
- Unbehandelter Hörverlust gilt als Risikofaktor für Rückzug, Einsamkeit und möglicherweise für Demenz.
- Ein Sehtest und die Untersuchung beim Augenarzt sind im Alter regelmäßig sinnvoll.
Woran Sie Schwerhörigkeit erkennen
- Sie verstehen Gespräche in Gruppen oder Lärm schlecht.
- Der Fernseher oder das Radio läuft lauter als bei anderen.
- Sie fragen oft nach oder verstehen Frauen- und Kinderstimmen schlechter.
- Angehörige bemerken, dass Sie Telefon oder Türklingel überhören.
Der Weg zum Hörgerät in fünf Schritten
- HNO-Arzt aufsuchen: Er prüft das Gehör und stellt, falls nötig, eine Verordnung für Hörgeräte aus.
- Hörakustiker wählen: Lassen Sie sich mehrere Geräte vorführen. Hörakustiker bieten in der Regel eine mehrwöchige Testphase an.
- Anpassen und Probetragen: Gute Geräte werden individuell eingestellt und im Alltag getestet – im Restaurant, im Straßenverkehr, am Telefon.
- Kosten klären: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Festbetrag. Wer technisch aufwendigere Geräte wählt, zahlt die Mehrkosten selbst.
- Nachsorge: Regelmäßige Kontrolle und Reinigung sichern die Leistung. Fragen Sie nach Wartungsangeboten und Reparaturkosten.
Sehhilfen und Augengesundheit
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Grauen Star, Grünen Star (Glaukom) und altersbedingte Makuladegeneration. Gehen Sie zum Augenarzt, wenn sich Ihre Sehkraft verändert, wenn Sie Blendempfindlichkeit, Verzerrungen gerader Linien oder einen Schleier bemerken. Brillen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse nur bei starker Sehschwäche; viele Menschen zahlen sie selbst. Hilfreich sind außerdem gute Beleuchtung, kontrastreiche Markierungen an Treppenstufen und große Schrift an Telefon und Uhr.
Weitere Hilfen im Alltag
- Lupen mit Licht und Lesehilfen für Zeitung und Medikamentenbeipackzettel,
- Telefone mit großen Tasten und Lautstärkeregler,
- Türklingeln mit Lichtsignal,
- Hörverstärker für den Fernseher.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Gehör prüfen lassen?
Spätestens ab 60 Jahren empfiehlt sich ein Hörtest, wenn Sie Veränderungen bemerken. Auch ohne Beschwerden ist ein Test alle paar Jahre sinnvoll.
Muss ich ein Hörgerät dauerhaft tragen?
Ja, das Gehirn gewöhnt sich am besten bei täglichem Tragen daran. Planen Sie eine Eingewöhnungszeit von mehreren Wochen ein.
Zahlt die Kasse eine Brille?
Nur bei starker Sehschwäche und in Ausnahmefällen. In der Regel müssen Erwachsene Brillen selbst bezahlen.
Quellen
Hinweis: Preise, Leistungen und Zuschüsse können sich ändern. Fragen Sie vor einer Anschaffung bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse nach, ob und in welcher Höhe sie Kosten übernimmt.
Stand: Oktober 2026