Viele ältere Menschen schlafen schlechter als früher: Sie wachen nachts häufiger auf, sind früher wach und fühlen sich tagsüber müde. Das ist teilweise normal, denn der Tiefschlaf nimmt mit dem Alter ab. Dennoch müssen Sie sich damit nicht abfinden.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Schlaf wird im Alter leichter und kürzer unterbrochen – das ist normal.
- Anhaltende Schlafprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden, denn Schmerzen, Depressionen, Schlafapnoe oder Medikamente können dahinterstecken.
- Verhaltensänderungen sind die erste Wahl; Schlafmittel sollten nur kurz und nach ärztlicher Absprache eingenommen werden.
- Regelmäßige Schlafzeiten, Tageslicht und Bewegung verbessern den Schlaf.
Häufige Ursachen
- Schmerzen, Atemnot oder nächtlicher Harndrang,
- Schlafapnoe (Atemaussetzer beim Schnarchen),
- Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine),
- Depressionen und Ängste,
- Nebenwirkungen von Medikamenten,
- Koffein, Alkohol, spätes Essen,
- zu wenig Bewegung und Tageslicht, langer Mittagsschlaf.
Was hilft: Schlafhygiene
- Feste Zeiten: Gehen Sie möglichst jeden Tag zur selben Zeit ins Bett und stehen Sie zur selben Zeit auf.
- Tagsüber aktiv: Bewegung an der frischen Luft und Tageslicht stabilisieren den Schlaf-Wach-Rhythmus.
- Mittagsschlaf kurz halten: höchstens 20 bis 30 Minuten, nicht nach 15 Uhr.
- Abends leicht essen: keine schweren Mahlzeiten, keinen Alkohol und keinen Kaffee am Nachmittag.
- Schlafzimmer: kühl, dunkel, ruhig und nur zum Schlafen genutzt.
- Abendritual: lesen, Tee trinken, ruhige Musik, Entspannungsübungen.
- Nicht auf die Uhr starren: Wenn Sie länger als eine halbe Stunde wach liegen, stehen Sie kurz auf und tun etwas Ruhiges.
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie über mehrere Wochen schlecht schlafen und sich tagsüber stark müde oder niedergeschlagen fühlen, wenn Ihr Partner Atemaussetzer bemerkt oder wenn Beine nachts unruhig sind. Bei chronischen Schlafstörungen gilt eine kognitive Verhaltenstherapie als wirksame Behandlung der ersten Wahl.
Schlafmittel: Vorsicht
Beruhigungs- und Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine und verwandter Wirkstoffe erhöhen im Alter das Risiko für Stürze, Verwirrtheit und Abhängigkeit. Sie sollten nur kurzzeitig und nach ärztlicher Absprache eingenommen werden. Beenden Sie die Einnahme nie abrupt. Pflanzliche Mittel wie Baldrian sind nicht frei von Wechselwirkungen – fragen Sie vorher in der Apotheke. Mehr dazu unter Medikamente im Alter.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden Schlaf brauche ich im Alter?
Der Bedarf liegt bei vielen Erwachsenen zwischen sieben und acht Stunden. Wichtig ist, dass Sie sich tagsüber erholt fühlen.
Hilft ein Glas Wein zum Einschlafen?
Alkohol lässt schneller einschlafen, stört aber die zweite Nachthälfte und verschlechtert den Schlaf insgesamt. Verzichten Sie besser darauf.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis, im Notfall wählen Sie die 112.
Stand: Oktober 2026