Älterer Mann sitzt auf dem Sofa, ein Rollator steht neben ihm

Rollator und Gehhilfen: So finden Sie das passende Modell

Immer mehr Menschen nutzen einen Rollator, um selbstständig mobil zu bleiben. Doch nicht jede Gehhilfe passt zu jeder Situation. Der Gehstock ist leicht, bietet aber wenig Stabilität. Der Gehbock oder Gehgestell ist sehr stabil, aber ohne Rollen unhandlich. Der Rollator verbindet Stabilität mit Beweglichkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gehhilfen geben Halt, entlasten Gelenke und verringern das Sturzrisiko – wenn sie passend ausgewählt und eingestellt sind.
  • Ein Rollator wird vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse übernommen; Erwachsene zahlen 10 % Zuzahlung (mindestens 5, höchstens 10 Euro).
  • Lassen Sie sich im Sanitätshaus einweisen und die Griffhöhe individuell einstellen.
  • Prüfen Sie Bremsen und Reifen regelmäßig.

Welche Gehhilfe für wen?

HilfsmittelGeeignet beiGut zu wissen
Gehstock / Unterarmstützeleichter Unsicherheit, einseitiger SchwächeGriffhöhe auf Handgelenkhöhe einstellen
Gehgestell (ohne Rollen)sehr unsicherem Gang, Reha-Phasestabil, aber nur langsames Gehen möglich
RollatorGangunsicherheit, Ausdauerproblemenmit Sitzfläche zum Ausruhen, Korb für Einkäufe
Indoor-Rollatorengen Wohnungenschmal und wendig, für draußen weniger geeignet

Worauf es beim Rollator ankommt

  • Gewicht: Leichte Modelle lassen sich leichter ins Auto heben. Sehr leichte Modelle sind aber teilweise weniger stabil.
  • Räder: Große Räder (ab etwa 20 cm) rollen über Bordsteine und Unebenheiten besser.
  • Bremsen: Handbremsen sollten sich leicht bedienen lassen und einen Feststellmechanismus haben.
  • Sitzfläche und Rückenstütze: Sie ermöglichen kurze Pausen unterwegs.
  • Körpergröße: Die Griffhöhe sollte auf Höhe des Handgelenks eingestellt sein, wenn Sie aufrecht stehen und die Arme locker hängen.

Verordnung und Kosten

Ein Rollator ist ein Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Arzt verordnet ihn, das Sanitätshaus liefert ihn und rechnet mit der Kasse ab. Erwachsene zahlen 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Modelle der Basisversorgung sind ohne Aufzahlung erhältlich; für besondere Ausstattung wie Leichtgewicht oder Carbonrahmen zahlen Sie Mehrkosten selbst.

Sicher unterwegs: 6 Tipps

  1. Bremsen vor jedem Gebrauch kurz testen.
  2. Beim Hinsetzen immer die Bremsen feststellen.
  3. Nicht zu dicht an den Rollator herantreten – ein Schritt Abstand zum Hinterrad der Griffe.
  4. Auf Treppen und Rolltreppen niemals mit dem Rollator fahren.
  5. Reifen und Schrauben regelmäßig prüfen lassen.
  6. Feste, rutschfeste Schuhe tragen.

Mehr zum Thema Sicherheit lesen Sie im Beitrag Sturzprävention.

Häufige Fragen

Muss ich den Rollator selbst kaufen oder bekomme ich ihn leihweise?

Sanitätshäuser liefern häufig Leihgeräte der Krankenkasse. Sie sind Eigentum der Kasse. Bei besonderen Anforderungen können Sie ein eigenes Modell wählen und die Mehrkosten selbst tragen.

Wie lange hält ein Rollator?

Bei guter Pflege einige Jahre. Der Anspruch auf Ersatz besteht, wenn das Gerät defekt ist oder sich Ihr Bedarf ändert.

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Leistungen der Pflegeversicherung
  2. IQWiG: gesundheitsinformation.de
  3. Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)

Hinweis: Preise, Leistungen und Zuschüsse können sich ändern. Fragen Sie vor einer Anschaffung bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse nach, ob und in welcher Höhe sie Kosten übernimmt.

Stand: Oktober 2026