Zwei Frauen legen gemeinsam ein Puzzle

Demenz: Frühe Anzeichen erkennen und richtig handeln

Wo ist der Schlüssel? Wie hieß noch gleich die Nachbarin? Gelegentliches Vergessen gehört zum Älterwerden. Wenn die Gedächtnisprobleme aber zunehmen und den Alltag beeinträchtigen, sollten Sie nicht abwarten. Nach Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, die meisten davon mit Alzheimer-Krankheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht jede Vergesslichkeit ist Demenz. Warnsignale sollten aber ärztlich abgeklärt werden.
  • Manche Ursachen für Gedächtnisprobleme sind behandelbar, etwa Vitaminmangel, Depression oder Medikamentenwirkungen.
  • Die Abklärung erfolgt über die Hausarztpraxis, Neurologie oder eine Gedächtnissprechstunde.
  • Kostenlose Beratung bietet das Alzheimer-Telefon: 030 – 259 37 95 14.

Warnsignale

  • Gedächtnislücken, die den Alltag stören – etwa wiederholtes Fragen nach demselben,
  • Schwierigkeiten bei vertrauten Tätigkeiten wie Kochen oder Bezahlen,
  • Sprachprobleme: Wörter fallen nicht mehr ein, Gespräche werden abgebrochen,
  • Orientierungsprobleme in Zeit und Raum, auch an bekannten Orten,
  • eingeschränktes Urteilsvermögen, zum Beispiel bei Geldangelegenheiten,
  • Gegenstände werden an ungewöhnlichen Orten abgelegt,
  • Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen, Rückzug von Hobbys und Freunden.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft nennt elf Warnsignale. Sie sind kein Beweis für eine Demenz, aber ein Anlass für einen Arztbesuch.

Abklärung: So läuft es ab

  1. Hausarztpraxis: Gespräch, körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung, erste Gedächtnistests.
  2. Überweisung: Neurologie, Psychiatrie oder Gedächtnissprechstunde für genauere Tests und Bildgebung.
  3. Ursachen prüfen: Schilddrüse, Vitaminmangel, Depression, Medikamentenwirkungen oder Hörverlust können ähnliche Beschwerden auslösen.

Eine frühe Diagnose hat Vorteile: Behandlungen können Symptome lindern, Sie können Wünsche festhalten und rechtzeitig vorsorgen.

Rechtzeitig vorsorgen

Solange Sie noch voll geschäftsfähig sind, sollten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erstellen. Bei fortgeschrittener Demenz ist das nicht mehr möglich. Auch finanzielle Fragen und die Pflege lassen sich früh planen. Mit einem Pflegegrad stehen Leistungen der Pflegeversicherung zur Verfügung; lesen Sie dazu Pflegegrade.

Was das Risiko senken kann

  • regelmäßige Bewegung,
  • soziale Kontakte und geistige Aktivität,
  • gut eingestellter Blutdruck,
  • Behandlung von Hörverlust,
  • Verzicht auf Rauchen und Verzicht auf übermäßigen Alkohol,
  • gesunde Ernährung.

Eine Garantie gibt es nicht, aber diese Maßnahmen verbessern die Gesundheit insgesamt.

Hilfe für Betroffene und Angehörige

Das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft berät kostenfrei unter 030 – 259 37 95 14, montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr. Auch eine Beratung per E-Mail ist möglich. Weitere Hilfen finden Sie bei Pflegestützpunkten und lokalen Alzheimer-Gesellschaften.

Häufige Fragen

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Gedächtnisprobleme zunehmen, Angehörige sie bemerken oder Sie sich im Alltag verunsichert fühlen. Je früher, desto besser.

Ist Demenz heilbar?

Die häufigsten Formen wie Alzheimer sind nicht heilbar, die Symptome lassen sich aber behandeln und der Verlauf verzögern. Manche Gedächtnisstörungen haben behandelbare Ursachen.

Quellen

  1. Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Demenz-Wissen
  2. Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Alzheimer-Telefon
  3. IQWiG: gesundheitsinformation.de

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis, im Notfall wählen Sie die 112.

Stand: Oktober 2026