Eine Ärztin misst bei einer älteren Patientin den Blutdruck

Blutdruck im Alter: Messen, Werte verstehen, senken

Mit den Jahren werden Blutgefäße steifer, der Blutdruck steigt. Etwa jede zweite Person über 65 hat Bluthochdruck. Weil er nicht wehtut, wird er oft zu spät erkannt. Deshalb ist regelmäßiges Messen wichtig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bluthochdruck verursacht lange keine Beschwerden, erhöht aber das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt.
  • In der Arztpraxis gilt ein Wert ab 140/90 mmHg als erhöht; bei Messungen zu Hause liegt die Grenze bei etwa 135/85 mmHg.
  • Zielwerte legt die Ärztin oder der Arzt individuell fest.
  • Salz reduzieren, bewegen und Gewicht halten helfen. Medikamente nie eigenmächtig absetzen.

Richtig messen

  1. Verwenden Sie ein validiertes Oberarmmessgerät. Handgelenkgeräte sind fehleranfälliger.
  2. Setzen Sie sich ruhig hin, Rücken angelehnt, Füße auf dem Boden, Arm auf Herzhöhe aufgelegt. Vorher fünf Minuten ruhen.
  3. Messen Sie morgens und abends jeweils zweimal im Abstand von einer Minute, sieben Tage lang.
  4. Notieren Sie die Werte in einem Protokoll und bringen Sie es zur Arztpraxis mit.

Was die Werte bedeuten

MessortAls erhöht gilt
Arztpraxisab 140/90 mmHg
Selbstmessung zu Hauseim Mittel ab 135/85 mmHg

Zielwerte können je nach Alter, Vorerkrankungen und Verträglichkeit unterschiedlich sein. Zu niedriger Blutdruck kann Schwindel und Stürze auslösen. Lassen Sie sich deshalb persönlich beraten.

Was Sie selbst tun können

  • Weniger Salz: Die DGE empfiehlt, höchstens etwa 6 Gramm Speisesalz pro Tag zu verwenden. Verarbeitete Lebensmittel enthalten viel verstecktes Salz.
  • Bewegung: regelmäßige Ausdaueraktivität senkt den Blutdruck. Siehe Bewegung im Alter.
  • Gewicht: Schon wenige Kilogramm weniger können helfen.
  • Alkohol begrenzen und nicht rauchen.
  • Stress abbauen: Entspannungsübungen, Spaziergänge, Hobbys.

Medikamente: konsequent einnehmen

Viele Menschen brauchen Tabletten gegen Bluthochdruck. Nehmen Sie sie so ein, wie verordnet, auch wenn Sie sich gut fühlen. Setzen Sie sie nicht ohne Rücksprache ab oder um. Bei Schwindel, Husten oder Schwellungen sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an; oft lässt sich das Präparat wechseln. Lesen Sie auch Medikamente im Alter.

Wann Sie sofort handeln müssen

Rufen Sie den Notruf 112, wenn Sie plötzlich ein hängendes Gesicht, Lähmung eines Armes, Sprachstörungen, starke Kopfschmerzen, Brustschmerz oder Atemnot bemerken. Das können Anzeichen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts sein.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Blutdruck messen?

Bei bekanntem Bluthochdruck so oft, wie die Ärztin oder der Arzt es empfiehlt. Sonst gelegentlich oder bei der Gesundheitsuntersuchung.

Welche Messgeräte sind geeignet?

Oberarmgeräte, die von Fachgesellschaften als validiert geprüft wurden. Fragen Sie in der Apotheke oder in der Arztpraxis.

Quellen

  1. IQWiG: gesundheitsinformation.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: DGE-Empfehlungen
  3. Bundesärztekammer

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis, im Notfall wählen Sie die 112.

Stand: Oktober 2026