Mit den Jahren kommen häufig mehrere Erkrankungen zusammen – und mit ihnen mehrere Medikamente. Das kann nötig sein, birgt aber Risiken: Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Verwechslungen. Der Körper baut Wirkstoffe im Alter oft langsamer ab, sodass dieselbe Dosis stärker wirken kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Wer dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel einnimmt, hat Anspruch auf einen Medikationsplan.
- Bei fünf oder mehr Dauermedikamenten kann in der Apotheke eine Medikationsanalyse in Anspruch genommen werden.
- Nehmen Sie Arzneimittel nie eigenmächtig ab- oder zusätzlich ein.
- Rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzungen gehören mit auf die Liste.
Der Medikationsplan
Wer gleichzeitig drei oder mehr verordnete Arzneimittel dauerhaft anwendet, hat Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Die Hausarztpraxis erstellt und aktualisiert ihn. Er listet Wirkstoffe, Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Grund der Einnahme auf. Tragen Sie ihn immer bei sich – und legen Sie ihn in die Notfallmappe.
Alles angeben, auch Rezeptfreies
Zum Medikationsplan gehören auch freiverkäufliche Mittel wie Schmerzmittel, Abführmittel, Vitamine und pflanzliche Präparate. Manche wirken zusammen mit verordneten Arzneien ungünstig. Johanniskraut etwa kann die Wirkung anderer Medikamente abschwächen.
Medikationsanalyse in der Apotheke
Ab fünf dauerhaft verordneten Arzneimitteln können Versicherte in teilnehmenden Apotheken eine erweiterte Medikationsberatung erhalten. Die Apotheke prüft den Plan auf Wechselwirkungen und Doppelverordnungen. Fragen Sie in Ihrer Stammapotheke nach, ob das Angebot dort vorhanden ist.
So nehmen Sie Medikamente sicher ein
- Wochendosierer oder Blister nutzen, wenn viele Tabletten zu nehmen sind.
- Feste Uhrzeiten und Erinnerungen, zum Beispiel an die Mahlzeiten koppeln.
- Packungsbeilage lesen oder erklären lassen, besonders bei neuen Mitteln.
- Tabletten nicht teilen oder zerkleinern, bevor Arzt oder Apotheke das bestätigt haben.
- Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente über den Hausmüll oder Wertstoffhof beziehungsweise nach Hinweis der Apotheke entsorgen.
Welche Mittel im Alter besonders kritisch sind
Einige Wirkstoffe gelten im Alter als potenziell ungeeignet, weil sie häufiger Verwirrtheit, Schwindel oder Stürze auslösen können. Dazu zählen bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt gezielt darauf an, ob Ihre Medikamente noch passen – und setzen Sie nichts ohne Rücksprache ab.
Fragen für das Arztgespräch
- Wofür nehme ich dieses Medikament, und brauche ich es noch?
- Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Mitteln?
- Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergesse?
- Worauf muss ich bei Essen, Alkohol oder Autofahren achten?
Häufige Fragen
Darf ich Medikamente absetzen, wenn ich Nebenwirkungen habe?
Nicht ohne Rücksprache. Manche Medikamente müssen schrittweise reduziert werden. Rufen Sie in der Praxis an oder fragen Sie die Apotheke.
Wo bekomme ich einen Medikationsplan?
In der Hausarztpraxis. Er kann auf Papier oder in der elektronischen Patientenakte geführt werden.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis, im Notfall wählen Sie die 112.
Stand: Oktober 2026