Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind oft die Heilungschancen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen deshalb eine Reihe von Früherkennungsuntersuchungen. Die Angebote richten sich nach Alter und Geschlecht und werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt. Die Regeln können sich ändern; fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Hausarztpraxis oder Krankenkasse nach.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Check-up steht Versicherten ab 35 Jahren alle drei Jahre zu.
- Das Hautkrebs-Screening gibt es ab 35 alle zwei Jahre.
- Darmkrebs-Früherkennung können Frauen und Männer seit 2025 ab 50 Jahren nutzen.
- Das Mammographie-Screening wird Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre angeboten.
Übersicht der Angebote
| Untersuchung | Für wen / wie oft |
|---|---|
| Gesundheits-Check-up | ab 35 Jahren alle 3 Jahre (Blutdruck, Blutwerte, Gespräch, Impfstatus) |
| Hautkrebs-Screening | ab 35 Jahren alle 2 Jahre |
| Darmkrebs-Früherkennung | ab 50 Jahren: Stuhltest alle 2 Jahre oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren |
| Mammographie-Screening | Frauen von 50 bis 75 Jahren alle 2 Jahre (Einladung per Post) |
| Prostata-Früherkennung | Männer ab 45 Jahren: jährliche Tastuntersuchung |
| Ultraschall der Bauchschlagader | Männer ab 65 Jahren einmalig |
Die Zahlen beruhen auf den Regelungen des G-BA. Der Gesetzgeber hat den G-BA beauftragt, Check-up und Hautkrebs-Screening zu überprüfen; Änderungen sind möglich.
Darmkrebs-Früherkennung
Seit dem 1. April 2025 können Frauen wie Männer ab 50 an der Früherkennung teilnehmen. Zur Wahl stehen ein Stuhltest alle zwei Jahre oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Bei einem auffälligen Stuhltest folgt eine Darmspiegelung zur Abklärung. Die Krankenkassen laden in bestimmten Altersstufen schriftlich ein.
Weitere sinnvolle Termine
- Zahnarzt: halbjährlich zur Kontrolle; Prothesen und Zahnersatz prüfen lassen.
- Augenarzt: bei Veränderungen der Sehkraft sofort, sonst regelmäßig. Siehe auch Hörgeräte und Sehhilfen.
- Hörtest: bei Schwerhörigkeit oder Verdacht.
- Impfstatus: siehe Impfungen für Senioren.
IGeL: Individuelle Gesundheitsleistungen
Manche Untersuchungen, etwa der PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung, werden nur als Selbstzahlerleistung angeboten. Das bedeutet nicht, dass sie nutzlos sind, aber ihr Nutzen ist teils umstritten. Lassen Sie sich Vor- und Nachteile erklären, bevor Sie zahlen, und fordern Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
So bereiten Sie sich vor
- Schreiben Sie Ihre Fragen und Beschwerden auf.
- Bringen Sie Medikationsplan, Impfpass und bisherige Befunde mit.
- Fragen Sie nach, welche Früherkennung für Sie jetzt ansteht.
- Vereinbaren Sie Folgetermine gleich am Empfang.
Häufige Fragen
Muss ich die Vorsorge zahlen?
Nein, die genannten Leistungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Auch für privat Versicherte sind sie meist Bestandteil der Tarife.
Reicht die Vorsorge, wenn ich keine Beschwerden habe?
Gerade dann ist sie wichtig, denn viele Erkrankungen verursachen anfangs keine Symptome. Bei Beschwerden gehen Sie bitte direkt zur Arztpraxis.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis, im Notfall wählen Sie die 112.
Stand: Oktober 2026